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Das Ladengeschäft wurde betrieben von Rosa Weinbrecht geb. Weiß, einer Schwester des Hausbesitzers Max Weiß. Rosa Weinbrecht (1896 - 1985) verkaufte hauptsächlich Wurst. In den 1930er Jahren ließ sie dazu einen Fleischer ins Haus kommen, der schlachtete und die Wurst machte. In den letzten Kriegsjahren holte sie fertige Wurst vom Lippmann-Fleischer von der Theater-Straße aus Chemnitz. Sie fuhr dazu mit dem Zug nach Chemnitz und meine Schwester holte sie für ein paar Pfennige mit dem Handwagen vom Einsiedler Bahnhof ab. Ergänzend hatte sie Schokolade und Pralinen im Angebot. Ihr Ehemann verkaufte im Laden Getränke. Als sie im Haus noch schlachten ließ, war ihr Laden täglich geöffnet. Regelmäßig holten die Arbeiter von C. F. Lohs ihr Frühstück bei ihr. Als sie die Wurst später aus Chemnitz holte, verkaufte sie nur freitags und sonnabends bzw. machte einen Aushang, wann der Laden wieder geöffnet hatte. Sie trug auch bestellte Wurstpakete in Einsiedel aus, also lieferte frei Haus. Das Schlachthaus im Hinterhof war ein umfunktioniertes Waschhaus. Der Verkauf wurde natürlich gegen Ende des Krieges weniger (Lebensmittelmarken!). Nach dem Krieg kam der Laden, von bescheidenen Versuchen abgesehen, nicht wieder zum Laufen.
Das Foto links zeigt uns Rosa Weinbrecht. Von Rolf Schlegel erfahren wir über sie noch Folgendes: Rosa Weinbrecht spielte Klavier. Sie hatte es fast autodidaktisch erlernt. Sie kannte sehr viele Einsiedler und war eben ortsbekannt. Sie besuchte in Einsiedel gern Leute, die ein Klavier hatten, um darauf zu spielen. Zuhause hatte sie über viele Jahre keins. In späteren Jahren hatte sie sich ein Klavier gekauft, aber ihren Ehemann erfreute ihr Klavierspiel überhaupt nicht. So spielte sie weiterhin bei anderen Leuten.
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